Manfred Korytowski

31.12.1936 - 24.08.1999

PRESSEMELDUNG DES BAYERISCHEN RUNDFUNK
vom 25.08.1999, 15.00 Uhr
ZUM TODE VON MANFRED KORYTOWSKI

Am 24. August 1999 erlag Manfred Korytowski (62), der Chef der INFAFILM, für Familie und Freundeskreis völlig unerwartet, in München, einer Herzattacke. Erst einen Tag vor seinem plötzlichen Tod präsentierte Manfred Korytowski in Hamburg der Presse "Pumuckls Abenteuer", die dritte Staffel mit 13 neuen Pumuckl - Folgen.
1976 hatte Korytowski seine Produktionsfirma INFAFILM in München gegründet. Zu seinen großen Leistungen zählen der Kinofilm "Meister Eder und sein Pumuckl" (1983) und im Anschluss daran vor allem die Produktion der "Pumuckl" - Fernsehserie für den Bayerischen Rundfunk, die bis heute mit 65 Folgen in der ganzen Bundesrepublik bei Jung und Alt der Renner ist.
Ein absoluter Höhepunkt in Korytowskis Schaffen war 1984 der Fernsehfilm "Die Wannseekonferenz", mit Dietrich Mattausch als Heydrich und Gerd Böckmann als Eichmann (Regie: Heinz Schirk) - die Rekonstruktion der Geheimkonferenz von 1942, auf der die Vernichtung aller Juden Europas beschlossen wurde. Diese Produktion war Korytowski ein großes persönliches Anliegen gegen das Vergessen und Verdrängen in der deutschen Geschichte. Der Film erhielt zahlreiche internationale
Auszeichnungen, darunter den Adolf Grimme Preis und den Fernsehpreis der DAG.

Manfred Korytowski wurde am 31. Dezember 1936 in Königsberg/Ostpreußen geboren. 1937 musste die jüdische Familie Deutschland verlassen und emigrierte nach Brasilien, wo Manfred Korytowski aufwuchs.

1953 übersiedelte er nach Israel und kehrte 1956 nach Berlin zurück, wo er 1960 als Aufnahmeleiter bei der berühmten CCC-Filmproduktion Arthur Brauner eine klassische Laufbahn im Film- und Fernsehgeschäft begann. Seine bedeutendsten Filme, die er als Produktionsleiter verantwortete, waren die Karl-May-Verfilmungen.

Am 9. Mai 1972 wurde Manfred Korytowski als Passagier in einer von arabischen Terroristen gekaperten Maschine schwer verletzt, als er auf dem Flughafen von Tel Aviv unter Einsatz seines Lebens half, die Entführung zu beenden.

Als Chef der INFAFILM produzierte Manfred Korytowski neben den genannten Produktionen u. a. die BR-Serie "Zeit genug" (1981; Regie: Franz Xaver Bogner), den Film "Happy Birthday", der den ersten Preis beim Filmfestival in Chicago und den Goldenen Tukan auf dem Festival in Rio erhielt, den Film "Carnevale del Animale", der mit dem Bundesfilmpreis gekrönt wurde, die BR-Serien "Rosowski"(1985), "Im Schatten der Gipfel" (1989; mit Gundi Ellert und Karin Thaler in den Hauptrollen) und "Mecki und seine Freunde", den Kino-Zeichentrickfilm "Pepolino" (1996), seit 1997 vier BR-Filme aus der Krimireihe POLIZEIRUF 110 im Ersten ("Im Netz der Spinne", "Feuer", "Spurlos verschwunden" und zuletzt "Kopfgeldjäger", jeweils mit Gaby Dohm), die BR-Fernsehfilme "Lychees weiß blau" (1998; Regie: Erich Neureuther) und "Einmal leben" (1999; Regie: Franz Xaver Bogner) sowie "Frische Ware aus dem Oberland" (Regie Paul Harather; am 6. Januar 2000 im Bayerischen Fernsehen).

1998 wurde Manfred Korytowski das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Anlässlich des Todes von Manfred Korytowski würdigte ihn BR-Fernsehdirektor Dr. Gerhard Fuchs als einen im klassischen Sinne engagierten Film- und Fernsehproduzenten, als einen, der sich im besonderen Maße um die deutsche Medienlandschaft verdient gemacht hat und als Freund, der nie vergessen werden wird.

Manfred Korytowski hat seine letzte Ruhe in Israel gefunden. Er hinterlässt Ehefrau Tita zusammen mit den beiden erwachsenen Söhnen Markus und Manfred Hans sowie seine Mitarbeiter der INFAFILM, die für ihn stets zur Familie gehört haben.

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