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DIE WANNSEEKONFERENZ

 




Deutschland 1984

Berlin, 20. Januar 1942. Eine Villa am Großen Wannsee.
Reinhard Heydrich, SS-Obergruppenführer, Chef des Reichssicherheitshauptamtes und engster Mitarbeiter Himmlers, hat 14 führende Persönlichkeiten des Hitler-Regimes zu einer Geheimkonferenz gebeten.
Einziger Punkt der Tagesordnung: die sogenannte Endlösung der Judenfrage.
Eine Sekretärin führte das Sachprotokoll über die Sitzung, auf der in eiskalter Management-Manier über die Ermordung von elf Millionen Menschen diskutiert wurde. Diese später aufgefundene Niederschrift sowie Dokumente aus dem Umfeld bilden die Grundlage der filmischen Rekonstruktion der "Wannseekonferenz".
15 Spitzenfunktionäre diskutieren mehr oder minder beteiligt über das Für und Wider der schon erprobten oder noch in Erprobung stehenden Vernichtungsmethoden, über die Organisation des Transportes der Opfer an den Ort der Vernichtung, über auszuräumende Kompetenzrangeleien zwischen den einzelnen Instanzen und die Probleme derer, die "vor Ort" das mörderische Geschäft ausüben müssen.
Heydrich leitet souverän die Sitzung, verteilt Lob und Rüge in wohldosierter Mischung zwischen Jovialität und Sarkasmus -eine echte "Führungskraft". Er beherrscht die Verwaltungssprache der Vernichtung perfekt:
Er (der Jude) wird "weggearbeitet" im reibungslosen Ablauf einer perfekten Organisation, wenn nur alle Beteiligten "ihr Bestes tun". Das Judentum wird zu statistischen Größe, die man ausradieren muss, der Völkermord zu einem Aktenvorgang, in dem Verwaltungsgenies wie Eichmann sich profilieren können. Und dabei genießt man Kognak, erlesene Häppchen, erfreut sich gegenseitig mit Scherzen und Anekdoten.

Grauenvolle Bilder von den Judenvernichtungsaktionen - jedermann kennt sie. Beinahe unbekannt, vielleicht noch unbegreiflicher, waren die Aktivitäten und Psychogramme der Funktionäre in den Kommandozentralen des Massenmordes. Das dokumentarische Fernsehspiel "Die Wannseekonferenz" von Paul Mommertz und Heinz Schirk unternahm zum erstenmal den Versuch, hierüber authentisch zu berichten.

Autor Paul Mommertz und Regisseur Heinz Schirk rekonstruierten anhand der erhaltenen Originalprotokolle den Ablauf der Konferenz so authentisch wie möglich.
Regisseur Heinz Schirk verzichtete dabei auf jegliche spektakuläre Raffinesse. Sein Film folgt den klassischen Regeln von der Einheit des Ortes und der Zeit. Ungefähr 90 Minuten hat die Konferenz gedauert, 90 Minuten dauert auch ihre Rekonstruktion. Gleichsam aus der "Schlüssellochperspektive" (Mommertz) wird der Zuschauer Zeuge einer der folgenschwersten und am genauesten rekonstruierten Geheimsitzungen des verbrecherischen Nazi-Regimes.

Besetzung:

Heydrich Dietrich Mattausch
Müller Friedrich G. Beckhaus
Eichmann Gerd Böckmann
Meyer Harald Dietl
Leibbrandt Jochen Busse
Stuckart Peter Fitz
Neumann Dieter Groest
Freisler Erich Kleiber
Bühler Reinhard Glemnitz
Luther Hans Werner Bussinger
Kritzinger Franz Rudnick
Klopfer Günter Spörrle
Hofmann Robert Atzorn
Schongart Gerd Rigauer
Lange Martin Lüttge



Stab:
Regie: Heinz Schirk
Buch: Paul Mommertz
Kamera: Horst Schier
Schnitt: Ulla Möllinger



Dieser Film erhielt folgende Preise:

- Adolph-Grimme-Preis
- Preis der Deutschen Angestellten Gewerkschaft DAG
- Silver Hugo of the 24. of the International Filmfestival of Chicago
- Silberne Nymphe ( Nymphe d´argent) von Monte Carlo
- Preis des World Television Festival in Tokio

Außerdem lief er als prämierte ausländische Produktion auf internationalen Festival in Caracas,
Toronto, Vancouver und Rio de Janeiro


Im Februar 1987 fand in Los Angeles die Premiere der Kinofassung statt.

Seit 2005 auf DVD. Zu www.komplett-media.de                                                    

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